MuscaMorte® Güllefliegen

Bekämpfung von Stallfliegen in Ställen mit Güllekeller/Flüssigmist

Jeden Sommer bereitet die lästige Fliegenplage in der Tierhaltung große Probleme. Ein Übermaß an Stall- oder Hausfliegen (Musca domestica) wirkt sich nicht nur leistungsmindernd auf Nutztiere aus, sondern bringt auch gesundheitliche Risiken im Stall- und Wohnbereich mit sich. Chemische Bekämpfungsmaßnahmen schaffen meist nur vorübergehend Abhilfe, sodass häufige Behandlungen notwendig sind.

Die biologische Bekämpfung der Stallfliegen dagegen ist umweltverträglich und ermöglicht mit nur geringem Arbeitsaufwand langjährigen Erfolg.

Killerfliege Güllefliege

Die ursprünglich aus Amerika stammende nützliche Güllefliege (Ophyra aenescens) lebt an den gleichen Brutstätten wie die Stallfliege und lässt sich in Ställen mit Spaltenböden und Güllekeller ansiedeln.

Die Larven der Güllefliege ernähren sich bevorzugt von Stallfliegenlarven und halten so die lästige Stallfliege bereits an der Brutstätte in Schach. Die Güllefliege ist etwas kleiner und träger als die Stallfliege. Sie glänzt schwarz.

Die Güllefliege ist lichtscheu, hält sich vornehmlich im Güllekeller auf und fliegt weder Menschen noch Tiere an. Sie ist also kein Lästling und verbreitet keine Krankheiten. Hat sich die Güllefliege erst einmal erfolgreich angesiedelt, bleibt die fliegenunterdrückende Wirkung dauerhaft erhalten. Einer eigenen übermäßigen Vermehrung beugen die Güllefliegenlarven selbst vor: erreicht der Larvenbesatz an den Brutstätten eine gewisse Dichte, zeigen die Larven kannibalische Verhaltensweisen.

Voraussetzungen für die Ansiedlung der Güllefliege

  • Gülleschwimmschicht vorhanden
  • Güllekeller möglichst tiefer als 1 Meter (bzw. Güllekeller so groß, dass Entleerung während der 10-wöchigen Ansiedlungsphase nicht nötig ist)
  • keine Unterflurentlüftung bzw. kein permanenter Luftzug im Unterflurbereich
  • zur dauerhaften Ansiedlung Temperaturen im Unterflurbereich ganzjährig über 10 °C
  • Bei Temperaturen unter 4 °C muss die Güllefliege im darauffolgenden Jahr wahrscheinlich neu angesiedelt werden.
  • Wartezeitenliste zum Einsatz chemischer Insektizide beachten
  • letzter Einsatz von Endo- und Ektoparasitenmitteln sowie von Alzogur (Wirkstoff Cyanamid) vor mind. 3 Monaten

Vorbereitende Maßnahmen bei bereits hohem Stallfliegendruck

  • Ablassen der Gülle, da hiermit bereits im Vorfeld ein Großteil der Stallfliegenbrut eliminiert und ein reibungsloser Ansiedlungsprozess gewährleistet wird. Erste Freilassung immer 1-2 Wochen nach dem Ablassen der Gülle.
  • Bei bereits hohem Stallfliegendruck in den Sommermonaten sollte ergänzend ein natürliches Insektizid mit schnellem Abbauverhalten (z.B. ein Naturpyrethrum oder im konventionellen Bereich ein Fraßgift) gegen die adulten Fliegen im Oberflurbereich eingesetzt werden. Beim Einsatz von Naturpyrethrum kann zwei Tage nach der letzten Behandlung mit der Ansiedlung der Güllefliege begonnen werden.

Bei Einsatz der Güllefliegen zu beachten

  • Keine Insektizide oder Gülleprodukte (Alzogur) mehr einsetzen.
  • Bei der Reinigung mit möglichst wenig Wasser arbeiten und Gülle immer erst nach der Reinigung ablassen.
  • Während der Ansiedlungsphase auf Desinfektionsmittel, Entwurmungsmittel oder Mittel gegen andere Parasiten verzichten.
  • Desinfektion nach der Ansiedlung: möglichst keine chlor- und formaldehydhaltigen Mittel einsetzen. Andere Produkte sind einsetzbar, möglichst sparsam anwenden.
  • Endo- und Ektoparasitenmittel nach der Ansiedlung: Ablassen der Gülle vor dem Einsatz von Endo-und Ektoparasitenmitteln vermeiden. Wenn möglich, Tiere nicht unbedingt in der Stallfliegen-Hochsaison und alle Abteile gleichzeitig behandeln. Auf Mittel mit folgenden Wirkstoffen verzichten: Ivermectin, Doramectin, Cyhalothrin, Diazinon/Dimpylat, Phoxim.

Bei Bedarf die Güllefliegen-Population mit einer Lieferung für die gesamte Stallfläche nach Ablauf der Wirkungsdauer der eingesetzten Mittel oder nach erfolgter Desinfektion auffrischen.

Anwendung

Sie erhalten fünf Einzellieferungen mit Güllefliegen in jeweils ein- bis zweiwöchigen Intervallen.

  • Versandhülsen sofort nach Erhalt im Stall öffnen
  • Für Tiere unerreichbar im Stall aufhängen oder aufstellen. Die innerhalb von ca. 5 Tagen schlüpfenden Güllefliegen suchen selbständig die Stallfliegen-Brutstätten auf.
  • Nicht in die Nähe von Lüftungen oder Luftzug hängen.

Ansiedlungstermin

Eine Ansiedlung der Güllefliege ist im klima-
tisierten Stall das ganze Jahr über möglich. Optimal sind Temperaturen um 20 °C. Wichtig: Wenn Stallfliegen da sind, sollte möglichst schnell mit der Ansiedlung der Güllefliegen begonnen werden, da sich Nützlinge generell langsamer entwickeln als Schädlinge.


Frühjahr & Herbst:
5 Freilassungen in Abständen von jeweils 2 Wochen.

Sommer:
5 Freilassungen in wöchentlichen Abständen.

Nach der 3. Freilassung können bereits schwarz glänzende Güllefliegen im Güllekeller sichtbar sein (Taschenlampe!). Generell dauert es ca. 10-12 Wochen, bis sich die Güllefliege im Stall angesiedelt hat.

Hinweise

  • MuscaMorte®-Güllefliegen entstammen einer kontrollierten Laborzucht und werden in Einheiten für jeweils 100 m2 Stallfläche verschickt.
  • Die erste Lieferung erfolgt in der Regel 2 Wochen nach Eingang der Bestellung.
  • Güllefliegenlarven ernähren sich auch von Larven des Wadenstechers, der Fleisch- und Schmeißfliegen, sofern diese in der Gülleschwimmschicht brüten.
  • Nicht attackiert werden die Kleine Stubenfliege, Tau-/Essigfliegen und Bienenschwebfliegen (Rattenschwanzlarve).
  • Ein gleichzeitiger Einsatz von Güllefliegen und Schlupfwespen in einem Stall ist nicht zu empfehlen.

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